ZF schließt Milliardenvertrag mit BMW: Weichenstellung für die Zukunft der Antriebstechnik
Der Automobilzulieferer ZF hat mit BMW einen langfristigen Liefer- und Entwicklungsvertrag über mehrere Milliarden Euro geschlossen, der die Zusammenarbeit bis in die späten 2030er-Jahre absichert.
Worum geht es in dem neuen Vertrag?
Kern der Vereinbarung ist die Lieferung und Weiterentwicklung des bewährten Acht-Gang-Automatgetriebes 8HP, das seit Jahren in zahlreichen BMW-Modellen eingesetzt wird.
Laut ZF handelt es sich um einen Auftrag mit einem Volumen von mehreren Milliarden Euro, der eine der größten Einzelvergaben in diesem Geschäftsbereich seit 2019 darstellt und die Partnerschaft der beiden Unternehmen langfristig festigt.
Bedeutung für ZF und BMW
Für ZF kommt der Auftrag zu einem wichtigen Zeitpunkt, da der Konzern unter Kostendruck steht und einen umfassenden Sparkurs mit Stellenabbau und Restrukturierung umsetzt.
Der neue Vertrag verschafft dem Unternehmen Planungssicherheit, sichert Auslastung für die Werke und unterstreicht zugleich die strategische Bedeutung des Acht-Gang-Automatgetriebes als Brückentechnologie im Übergang von Verbrenner- zu Elektroantrieben.
Rolle des Standorts Saarbrücken
Die Acht-Gang-Automatik gehört zu den Hauptprodukten des ZF-Werks in Saarbrücken, das seit Jahrzehnten als wichtiger Getriebestandort gilt und bereits schrittweise in Richtung E-Mobilität ausgebaut wird.
Ob und in welchem Umfang das Saarbrücker Werk direkt von dem neuen Milliardenauftrag profitiert, ist nach Unternehmensangaben noch offen – klar ist aber, dass der Standort durch weitere E-Mobilitätsprojekte breiter aufgestellt und wettbewerbsfähiger werden soll.
Zwischen Sparkurs und Zukunftsplan
ZF hatte in den vergangenen Monaten ein strengeres Sparprogramm angekündigt, das auch den Abbau von Stellen und eine schlankere Führungsstruktur vorsieht; das Werk in Saarbrücken ist dabei weniger stark betroffen als andere Standorte.
In einem Zukunftsplan einigten sich Management und Betriebsrat darauf, die Division, zu der Saarbrücken gehört, nicht abzuspalten, gleichzeitig aber strukturelle Anpassungen vorzunehmen, um langfristig international wettbewerbsfähig zu bleiben.
Perspektive im Zeitalter der E-Mobilität
Auch wenn der neue Vertrag ein klassisches Automatikgetriebe in den Mittelpunkt stellt, betont ZF, dass das 8HP-Getriebe für Hybridanwendungen optimiert ist und sich mit elektrifizierten Antriebssträngen kombinieren lässt.
Parallel investiert der Konzern weiter in rein elektrische Achsantriebe und will Saarbrücken zu einem Leitwerk machen, das die gesamte Bandbreite der Pkw-Antriebstechnik von Verbrennern bis zu Vollstromern abdeckt.
Fazit
Der Milliardenauftrag von BMW ist für ZF mehr als nur ein weiterer Liefervertrag: Er stabilisiert das angeschlagene Unternehmen finanziell, stärkt die Rolle des Acht-Gang-Automatikgetriebes als Übergangstechnologie und gibt Standorten wie Saarbrücken eine wichtige Perspektive in einer Phase tiefgreifender Transformation der Automobilbranche.
