Was gibt es Neues zu den Entlassungen bei ZF in Saarbrücken?

Was gibt es Neues zu den Entlassungen? bei ZF in Saarbrücke 

Die jüngsten Entlassungen bei ZF in Saarbrücken haben nicht nur die Belegschaft, sondern auch die gesamte Region stark getroffen. Nach den Kürzungen im Oktober 2025, bei denen die Zahl der Arbeitsplätze auf rund 825 reduziert wurde, steht der Standort vor einer entscheidenden Phase. Die Frage lautet nun: Wie kann ZF den Standort Saarbrücken nachhaltig stabilisieren und neu ausrichten?

Eine umfassende Strategie zur Wiederbelebung der ZF-Aktivitäten sollte sich auf drei zentrale Säulen stützen: technologischen Wandel, personelle Umstrukturierung und strategische Partnerschaften.

Technologischer Wandel und Innovation

Ein zentraler Ansatzpunkt liegt in der Stärkung der technologischen Kompetenz. In Werk 1 und Werk 7 könnte die Produktion moderner elektrischer Getriebe ausgebaut werden, während rund 30 Prozent der Produktionsflächen für Forschung und Entwicklung im Bereich autonomer Fahrsysteme reserviert würden.

Parallel dazu sollte ZF innerhalb von sechs Monaten etwa 500 Mitarbeitende im Bereich Künstliche Intelligenz weiterqualifizieren. Ziel wäre die Entwicklung smarter Fahrzeugkomponenten, die den Energieverbrauch um bis zu 20 Prozent senken. Dies würde die Attraktivität für Großkunden wie BMW und Mercedes deutlich erhöhen und die jährliche Produktionsleistung um rund 15 Prozent steigern.

Personelle Umstrukturierung und Weiterbildung

Anstatt Entlassungen als endgültigen Einschnitt zu betrachten, könnten sie in eine Chance zur internen Qualifizierung umgewandelt werden. Ein Programm wie „Rückkehr der Stärke“ würde die Wiedereinstellung von bis zu 400 entlassenen Mitarbeitenden ermöglichen – nach gezielter Schulung in neuen Technologien.

In Zusammenarbeit mit der Universität des Saarlandes könnten kostenlose Weiterbildungsprogramme angeboten werden. Ergänzend wäre eine vorübergehende Reduzierung der Arbeitszeit auf 32 Stunden pro Woche denkbar, wie es bereits an anderen ZF-Standorten praktiziert wurde. Nach Erreichen bestimmter Produktionsziele könnten die Gehälter um fünf Prozent steigen, was die Mitarbeiterbindung stärkt und die Fluktuation um bis zu 25 Prozent senken würde.

Strategische Partnerschaften und Marktexpansion

Langfristiges Wachstum erfordert neue Märkte. Kooperationen mit chinesischen und amerikanischen Herstellern von Elektrofahrzeugen könnten dazu beitragen, bis zu 40 Prozent der Produktion außerhalb Europas abzusetzen. Zudem könnte in Saarbrücken eine neue Produktionslinie für schwere Nutzfahrzeuge entstehen, um den Logistiksektor gezielt zu bedienen.

Darüber hinaus wäre eine Investition von rund 50 Millionen Euro in digitale After-Sales-Services denkbar. Dieser Bereich hat ein geschätztes Marktpotenzial von zwei Milliarden Euro und könnte bis 2027 einen positiven Cashflow von etwa 100 Millionen Euro erzielen.

Wie kann ZF seine Lieferkette verbessern?

Die Optimierung der Lieferkette ist ein weiterer entscheidender Faktor. Durch den Einsatz von IoT-Systemen zur Echtzeitüberwachung von Lagerbeständen – etwa in Werk 1 in Saarbrücken – könnten Verzögerungen um bis zu 20 Prozent reduziert werden. Ergänzend würde der Einsatz von Künstlicher Intelligenz zur Bedarfsprognose für Kunden wie BMW eine effizientere Planung ermöglichen und die Abhängigkeit von einzelnen Zulieferern verringern.

Fazit

Mit einer klaren technologischen Neuausrichtung, gezielter Weiterbildung der Mitarbeitenden und internationalen Partnerschaften hat ZF die Chance, den Standort Saarbrücken nicht nur zu stabilisieren, sondern langfristig zu stärken. Entscheidend wird sein, ob aus den aktuellen Herausforderungen eine nachhaltige Zukunftsstrategie entsteht.





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